LOWLIVES im musix-Interview

Mit den Lowlives kommt eine coole neue Rockband um die Ecke, die musikalisch in den 90ern verwurzelt ist, aber definitiv das Zeug zum Classic Act hat. musix sprach mit Sänger und Gitarrist Lee Downer über klangliche Vorlieben, das Album „Freaking Out“ und über Kiss.

 

Lowlives

 

musix: Wart oder seid ihr immer noch Bush-Fans? Ich denke, das kann man an eurer Platte erkennen.

Lee Downer: Ich bin definitiv immer noch ein großer Fan von Bush. Mein Vater nahm mich mit, als ich 13 war, um sie zu sehen, und ich bin bis heute von den ersten beiden Platten besessen. 


musix: Aber Spuren von Foo Fighters oder Nirvana sind auch zu hören?

Lee Downer: Du hast im Grunde drei meiner Top-5-Bands aller Zeiten genannt.


musix: Wurdest du musikalisch mit Grunge sozialisiert?

Lee Downer: Ich war und bin immer noch ein Grunge-Kind. Das war die Musik, mit der ich aufgewachsen bin, also ist es schwer, das beim Songwriting abzuschütteln ... ein Teil meiner DNA, denke ich.


musix: Würdet ihr eure Musik als Post-Grunge, Post-Rock oder wie würdet ihr euren Sound nennen?

Lee Downer: Ich denke, wir sind eine Grunge-Band, auch wenn das heutzutage ein etwas schmutziges Wort ist. Wir haben definitiv viele Einflüsse von diesen Bands, aber auch von britischen Punkbands.


musix: Du hast offensichtlich eine große Vorliebe für Rockmusik?

Lee Downer: Ich höre mir eigentlich nichts anderes an. Wenn es laute, wütende Gitarren hat, dann stehe ich wahrscheinlich darauf. 


musix: Auch für Cassic Rock? Du kannst mich für bescheuert halten, aber ich glaube, ich kann sogar Journey auf „Liar“ hören.

Lee Downer: Nun … don't stop believing!  


musix: Apropos „Liar“. Ist das nicht ein echter Hit? Tolle Nummer ...

Lee Downer: Danke! Das ist wahrscheinlich mein Lieblingssong auf der Platte.


musix: Wusstest du von Anfang an, dass dieser Song etwas Besonderes ist, oder war das eher bei einem anderen Stück auf dem Album der Fall?

Lee Downer: Er ist sehr schnell entstanden, was normalerweise ein gutes Zeichen dafür ist, dass der Song gut wird. 


musix: „Damien“ hat einen Hauch von Social Distortion?

Lee Downer: Ich kann das irgendwie hören. Ich habe immer gehört, dass der Song eine Art Alkaline Trio-Vibe hat, die wohl von Social Distortion inspiriert sind. Ich bin aber definitiv ein Fan von Social Distortion. 


musix: Die Band klingt sehr kohärent. Was ist euer Geheimnis/Rezept für Erfolg?

Lee Downer: Ich denke, wenn du dir selbst treu bleibst und mit dem Herzen schreibst, wird das in deiner Kunst durchscheinen. Wir schreiben einfach Musik, die wir hören wollen, und wenn andere Leute sie mögen, ist das ein zusätzlicher (und sehr willkommener) Bonus.


musix: Mein Lieblingsstück ist im Moment „Closer Than You Know“. Meiner Meinung nach sollte das auch ein großer Hit werden.

Lee Downer: Das hoffe ich, wir haben bisher viel Feedback auf die Platte bekommen und das scheint der Favorit von vielen Leuten zu sein. Textlich ist er ziemlich düster und traurig, aber musikalisch ist er sehr erbaulich.

musix: Wenn du einen Song als Lieblingssong auswählen müsstest, welcher wäre das und warum?

Lee Downer: „Liar“ ist wahrscheinlich immer noch mein Lieblingssong, dicht gefolgt vom letzten Song auf der Platte namens „Vertigo“. Er ist sehr reduziert und besteht nur aus Gitarre, Gesang und einem Cello. Ich denke, er zeigt eine andere Seite unserer Band und dass wir nicht immer so laut und unausstehlich wie möglich sein müssen.


musix: Mir gefällt der Satz „Getting high on being low“. Was verbirgt sich dahinter?

Lee Downer: Es geht einfach darum, traurig und unglücklich zu sein und nicht immer nur positiv sein zu müssen.


musix: Generell scheinst du Wert auf gute Texte zu legen und nicht auf die typischen Rocktexte?

Lee Downer: Vielen Dank dafür. Wir neigen dazu, ziemlich persönliche Texte zu schreiben, die die Leute unterschiedlich interpretieren und mit denen sie sich auf ihre eigene Weise identifizieren können, denke ich. Wir schreiben definitiv keine Party-Songs, die Spaß machen. 


musix: Abschließend noch ein Kommentar zu Gene Simmons' Aussage „Rock ist tot“?

Lee Downer: „Ich bin ein enormer Kiss-Nerd, also war es ziemlich enttäuschend, Gene so etwas sagen zu hören. Rock ist definitiv nicht tot ... Vielleicht für einen 75-Jährigen, der in einer Villa in Beverly Hills lebt. Aber wenn du an einem Samstagabend in ein Punkrock-Lokal gehst, wirst du sehen, dass er definitiv nicht tot ist. Wenn man sieht, dass Festivals wie „Download“, „Wacken“ und „Rock im Park“ immer noch florieren, zeigt das, dass er noch lange nicht tot ist.

FREAKING OUT, Spinefarm
13.6.-21.6.24 K2 Agency

  • Als Support für Atreyu:

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    21.06.24 IT-Mailand, Santeria Toscana 31

     

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